Kleiner Balkontag

Während es gestern bei Caramellita ein kleiner Gartentag war, war hier eindeutig ein Balkontag: diverse Pflanzen bekamen einen neuen Platz und teilweise noch einmal neue Erde in neuen Töpfe (kleiner Ausschnitt)

die Geschwister von Caramellitas Tomaten verbrachten ihren ersten Tag auf dem Balkon und das Wandelröschen zog auch endgültig nach draußen

 

 

 

 

 

 

 

Der Muskelkater, den ich vom Erde und Kübel in den Keller tragen habe, wird mich wohl noch ein paar Tage begleiten…

Sonntagmorgenvorfreude

Beim ersten Frühstück des Jahres in der Sonne auf dem Balkon inmitten der gestern neu arrangierten Pflanzen und mit Blick auf ganz viel Literatur vor Vorfreude platzen können und der festen Überzeugung sein: heute in sechs Wochen strahlt die Sonne GENAU SO auf die Fähre, die uns nach Schweden bringen wird und wird auch danach noch weiter strahlen!
Und dazu noch die Vorfreude darüber, dass ganz bald noch ein paar dienstliche und ein privater Tag in Hamburg anstehen und damit verbunden auch die Wahl, für die ich im November angefragt wurde, einigen Treffen mit alten und neuen Kollegen, Freunden und Bekanntschaften und hoffentlich ganz viel Wasser und Schiffe um mich herum.

Überflüssig

Wenn aus “Bitte einmal die Spitzen schneiden!”, eine vollkommen andere Frisur wird, mit der man auch drei Tage später nicht zurecht kommt und eine Woche bevorsteht, in der man sich um andere Dinge als die Frisur Gedanken machen möchte.
Hmpf!

Vokabeln und Hausaufgaben

Vor ein paar Wochen kam eine alte und verschüttet geglaubte Schnapsidee mal wieder zum Vorschein… und lies sich beim besten Willen nicht noch mal verschieben oder vertrösten wie in den letzten Jahren, wenn mich einer entsetzt fragte: “Ist diese Sprache für eine Bibliothekarin nicht eigentlich Pflicht?!” und ich mit “Nö, ich brauchte nur zwei Fremdsprachen und die war nur eine von drei möglichen”, und ich ein paar Tage mit einem “Vielleicht sollte ich doch noch…?”-Gefühl umherschlich.
Nachdem ich im März mal wieder ein paar Tage dieses Gefühl mit mir rumschleppte, schaute ich rein aus Interesse ins VHS-Programm und “leider” bot eine der Berliner Volkshochschulen an, eben diese Idee in die Tat umzusetzen. Für noch nicht mal sooo viel Geld. Und da zu diesem Zeitpunkt das Knie immer noch zickte und an die schnellen elf Mittwochskilometer mit den Kollegen durch den Tiergarten nicht zu denken war, entschied ich mich für die Anmeldung. Kaufte das benötigte Unterrichtsmaterial, einen neuen Block und einen Hefter.
Und jetzt: sitze ich mittwochs zweieinhalb Stunden mit (mittlerweile nur noch) vier weiteren Frauen in einem Raum und versuche in meiner Freizeit, die Hausaufgaben zu erledigen (leicht, denn nicht sooo schrecklich zeitaufwendig) und Grammatik und Vokabeln zu pauken (schwer vom Zeitaufwand her, relativ leicht vom Verständnis). Für die Vokabeln habe ich mir diverse, noch von meinem Studium und der theoretischen Segelprüfung übrig gebliebenen Karteikärtchen zusammengesucht und beschrifte die mehr oder weniger fleißig und nehme sie auch mehr oder weniger regelmäßig vor.
Die besagten vier anderen Frauen teilen sich in zwei Generationen: die ganz jungen (grade mal mit dem Abi fertig und kurz vor dem Studium bzw. im Studium) und die eher… alten, grau- bis weißhaarigen, die unbedingt und immer schon und so und jetzt ja die Zeit haben und das Interesse sowieso…
Ich bin genau dazwischen mit meinem Alter, komme mittwochs immer auf den letzten Drücker grade so von der Arbeit in den Raum, wo die zwei jungen Frauen fröhlich über alles mögliche quasseln und die beiden älteren Damen noch einmal mehr oder weniger lautstark und sehr ernst die Themen der letzten Stunde durchgehen und ihre Hausaufgaben vergleichen. Wenn dann die Stunde losgeht (es unterrichtet übrigens ein Mann), sind die beiden letzteren kaum zu bremsen. In den ersten beiden Stunden war es ganz besonders heftig: sie riefen rein, sobald sie eine Antwort zu wissen glaubten, überlegten laut miteinander bei Arbeitsblättern, wie die Antwort sein könnte und waren einfach nur: übermotiviert laut und störten den Rest massiv. Nach dem ersten Abend war ich total gerädert von den beiden. Beim nächsten Mal ging es direkt so weiter und ich übte mich darin, im sachlichen und ruhigen Ton darauf hinzuweisen, dass sie nicht nur mich, sondern auch alle anderen stören (das muss ich wirklich üben; kam als Ergebnis eines Kommunikationsseminars zum Vorschein, aber dazu evtl. mal an anderer Stelle mehr) und sie nahmen es wirklich an und mir nicht übel.
In der dritten Stunde konnte ich noch mal üben, aber mittlerweile ist es auszuhalten: sie überlegen zwar immer noch gemeinsam, wie die Lösung sein könnte, aber im Flüsterton und reinrufen kommt auch nicht mehr ganz so häufig vor. Sechs Abende sind bereits um, sechs weitere folgen (erstmal).

Und die Fragen aller Fragen: welche Sprache wird es wohl sein?!

Ein Montag auf und an Halden, mit Weitblicken, am Kanal, mit Wäldern und Zechen… und ein bisschen Dienstag

So wie Currywurst und bunte Tüten gehört Halden besteigen für mich zu einem gelungenen Pott-Wochenende. Ging es im Juni 2010 auf die Halde Beckstraße in Bottrop bzw. noch höher hinauf auf den Tetraeder und im letzten Frühjahr auf die Halde Haniel, war am letzten Montag die Halde Rungenberg bei Gelsenkirchen an der Reihe.
Von der Straßenbahn-Haltestelle Emil-Zimmermann-Allee mussten wir nur einmal über die Straße und schon konnte der Aufstieg beginnen und hatten die Wahl zwischen breiten, bequemen Wegen, die sich langsam an Wiesen und Sträuchern nach oben winden oder ca. 300 Treppenstufen. Wir entschieden uns für eine Kombination aus beidem und brauchten ca. eine Stunde, bis wir den oberen, nicht mehr begrünten Teil erreichten. Dieser besteht ausschließlich aus schwarz-grauem Bergematerial und bildet eine in der Mitte durchschnittene Pyramide. Auf jeder der Pyramidenhälften steht ein mächtiger rostiger Scheinwerfer, der so ausgerichtet ist, dass durch die (möglichen) Strahlen die Pyramide vervollständigt wird. Auf einem der Podeste unter den Scheinwerfern legten wir erst mal eine Pause ein und aßen die vom Vortrag übrig gebliebenen Bagel und genossen die Aussichten auf zahlreiche anderen Halden bzw. Zechen, die Gelsenkirchener Raffinerie… und: auf Schalke. Dazu eine Kombination aus Autobahnrauschen im Hintergrund und einem krähenden Hahn…
Leider war der Himmel eher bedeckt und alles etwas diesig, deshalb sind die Fotos eher so lala:


Der Rückweg führte uns durch die Arbeitersiedlung Schüngelberg zur Straßenbahn und diese zum Schloss Horst, wo wir uns Metropolradruhr-Räder ausliehen und erst mal in Richtung Nordsternpark fuhren und dann am Rhein-Herne-Kanal entlang in Richtung Osten. Die Räder waren gut in Schuss und mit ihren drei Gängen für die Strecke ausreichend ausgestattet, die Sättel höhenverstellbar und an jedem Rad ein Lenkerkorb befestigt. An der Schleuse Gelsenkirchen konnte man wieder die Halde Rungenberg sehen und stand ziemlich nah an der Raffinerie, die man von der Halde aus auch sehen konnte. Also mussten ein paar Fotos in die Gegenrichtung sein (auch wenn man die Halde eher errät als sieht)

bevor es weiter bis zum und einmal quer durch die tierreiche Wald- und Sumpflandschaft des Emscherbruchs ging und wir in Herten an der Zeche Ewald rauskamen und auch einen Blick auf die Halde Hoheward warfen (auf ein weiteres Haldenerklettern hatte ich keine Energie mehr, aber sie wird bei einem der nächsten Besuche dran kommen!). Die Räder stellten wir nach insgesamt etwa 16 Kilometern an der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 ab und erwischten kurz drauf einen Bus, der uns einmal quer durch Wanne zum Bahnhof fuhr und wir zurück nach Essen die Bahn nahmen.

Der Montag war mein Highlight des langen Wochenendes, ich war von den Rädern (die es auch in vielen anderen Städten Deutschlands, Österreichs, Polens… gibt und unsere waren wirklich gut in Schuss und für einen Tag auch gar nicht teuer) und den Radstrecken begeistert (man kann sich eigentlich nicht verfahren, denn die einzelnen Routen sind durch viele Schilder hervorragend gekennzeichnet, es sei denn, die Orientierung verlässt einen wie jedes Mal im Ruhrgebiet und man folgt wider möglicher Einwände mehrfach konsequent den richtigen Schildern in die falsche Richtung *hust*, aber auch dann landet man nicht im Nirvana, wie die obige Tour beweist…). Außerdem gibt es wirklich eine große Auswahl an Radfahrkarten, wir hatten morgens noch schnell diese gekauft und das dazugehörige Büchlein gibt zu den jeweiligen Städten Tipps und Infos (Sehenswürdigkeiten, Bahnhof etc.) und die jeweiligen Stationen sind so gelegen, dass man Anschluss an den Nahverkehr hat und auch gut wieder weg kommt.
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Der Dienstag bestand aus einem kurzen Besuch im Folkwang-Museum zur Ausstellung “Unsere Zeit hat ein neues Formgefühl – Fotografie, Grafik und Plakat der 20er Jahre” und einem Kaffee-Kuchen-Stopp bei den Sweet Coffee Pirates auf der Rüttenscheider Straße (sehr zu empfehlen: der vegane Schokokuchen!).
Auf dem Weg dorthin kamen wir an dieser Buchhandlung mit dem tollen Namen vorbei:

Dann nur noch Zugfahrt, Überraschungspost und eine neue (kurze) Woche in der Hauptstadt.
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Ach ja: EIGENTLICH war der Grund für das Wochenende, dass ich im Bochumer Schauspielhaus Cyrano de Bergerac sehen wollte, aber das fiel leider aus, weil Armin Rohde durch eine Netzhautablösung ausfiel. Also gibt es einen Grund, bald wieder in den Pott zu fahren!
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(Uff! So viel Text!)

Ohrwurm gegen trübes Wetter

Gestern Abend lief der großartige Animationsfilm Mary und Max im Fernsehen. Seitdem habe ich einen Ohrwurm, denn im Abspann lief dieses Lied, das grade ganz gut dazu beiträgt, dieses kalte und trübe Wetter ein bisschen besser zu ertragen: